Reisebericht Erfahrungen Tsingys Bemaraha Nationalpark Madagaskar

Bemaraha Nationalpark Madagaskar | Kleine & Große Tsingys

18.12.2022 / Afrika, Reiseziele

Der Bemaraha Nationalpark mit seinen weltberühmten Tsingys (Kalksteinformationen) befindet sich im Westen von Madagaskar in der Nähe von Bekopaka.

Vor 300 Jahren dienten die Tsingys den madagassischen Ureinwohnern „Vazimba“ als Versteck. Das Wort Tsingy ist die Kurzform von „mitsingitssingina“ und bedeutet auf Madagassisch „Auf den Zehenspitzen gehen“

Seit 1990 zählt das Bemaraha Schutzgebiet zum UNESCO Weltnaturerbe und umfasst eine Fläche von 1575 Quadratkilometer.

Der südliche Teil des Schutzgebietes wurde 1997 als Nationalpark ausgewiesen und ist für Touristen zugänglich. Der nördliche Teil des Schutzgebietes bildet ein integrales Reservat, welches nur für Forschungszwecke betreten werden darf.

Info: Integrale Schutzgebiete sind Areale, die sehr streng geschützt sind. Die Biotope, die sich dort befinden, sollen möglichst unberührt bleiben und daher ist ein Zugang für Touristen nicht erlaubt.

Kleine-Tsingys-Bemaraha-Nationalpark
Kleine Tsingys
Die Kalksteinspitzen sehen nicht nur beeindruckend sondern auch fossil aus.

Wie sind die Tsingys in Madagaskar entstanden?

Die heute einzigartige Landschaft des Bemaraha Nationalparks ist vor mehr als 200 Millionen Jahren entstanden. Der Meeresboden aus Kalkstein wurde im Laufe der Jahrmillionen in die Höhe gedrückt und dadurch ist ein Plateau entstanden. Durch jahrelange schwere Regenfälle wurde das Plateau ausgehöhlt und so entstanden die heute sehr spektakulären bis zu 30 Meter hohen Tsingys. An ihren Spitzen sind die Kalksteinformationen teils sehr scharfkantig, weshalb ich Dir empfehle, Handschuhe mit in den Koffer zu packen. 😉

Kleine Tsingys Bemaraha Nationalpark Madagaskar
Die kleinen Tsingys des Bemaraha Nationalpark

Wann ist die beste Reisezeit für den Bemaraha Nationalpark?

Geöffnet ist der Bemaraha Nationalpark in der Trockenzeit von Mai bis November. Das ist auch die beste Reisezeit.

Nicht zugänglich ist der Park in der Regenzeit von Mitte/Ende November bis Mitte/Ende Mai. Die großen Tsingys sind sogar teilweise erst ab Mitte Juni zugänglich.

Wir waren Ende Oktober bei den Tsingys und da haben wir schon gemerkt, dass die Regenzeit kommt. Unsere Reiseleiterin meinte, dass wäre viel früher als erwartet.

Info: Unseriöse Anbieter, bieten das ganze Jahr über Wanderungen durch die Tsingys an. Das bringt ahnungslose Touristen allerdings unnötig in Gefahr. Die Tsingys sind während der Regenzeit sehr rutschig und du hast mit deinen Schuhen auf den Felsen keine feste Haftung, wodurch die Unfallgefahr um ein Vielfaches steigt. Buche Touren daher nur zu den offiziellen Reisezeiten.

Seriöse Touren kannst Du vor Ort im Parkbüro in Bekopaka buchen. Hier bekommst Du auch Infos darüber welche Gebiete im Park zugänglich sind. Die Eintrittskosten belaufen sich auf ca. 25.000 Ariary (ca. 5 Euro) für Kinder und 55.000 Ariary (ca. 11 Euro) für Erwachsene zzgl. Führungsgebühren. Diese sind abhängig von der gewählten Route. Besucher dürfen nur mit einem lokalen Führer in den Park.

Kleine Tsingys Madagaskar
Kleine Tsingys – Normalerweise sind sie hellgrau, wenn sie nicht gerade vom Regen nass sind 🙂

Unsere Unterkunft in Bekopaka

2 Übernachtungen hatten wir im Grand Hotel du Tsingys de Bemaraha. Es war das erste Hotel mit einem Pool. Unser Zimmer/Hütte war sehr sauber und geräumig. Die große überdachte Terrasse war richtig schön. 😊 Die Hotelanlage allgemein war sehr gepflegt und alle Mitarbeiter überaus freundlich und zuvorkommend. Zum Nationalpark hatten wir auch nicht weit.

Unsere Hütte im Grand Hotel du Tsingy de Bemaraha
Schlafzimmer-Grand-Hotel-du-Tsingy-de-Bemaraha
Schlafzimmer
Badezimmer-Grand-Hotel-du-Tsingys-de-Bemaraha
Bad
Pool-Grand-Tsingy-Hotel
Pool mit Poolbar

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Wanderung durch die Kleine Tsingys

Unser sehr gut englischsprechender Guide hat uns am 1. Tag erstmal ca. 1 Stunde durch die kleinen Tsingys geführt, um zu schauen, ob wir alle fit genug für die etwas „schwerere“ Tour bei den Großen Tsingys sind. Dort ist nämlich Klettern mit kleiner Ausrüstung angesagt. 😊

Als wir nachmittags aber erstmal zu den kleinen Tsingys aufgebrochen sind, hat es mal kurz zu regnen angefangen. Das war für uns jedoch nicht schlimm, sondern eher eine Wohltat, denn es kann durch die hohen Temperaturen, die im madagassischen Trockenwald und durch die wärmespeichernde Oberfläche der Tsingys entstehen, ziemlich heiß werden.

Anfangs sind wir durch ein Labyrinth von meterhohen Kalksteinfelsen gewandert. Haben uns durch Felsspalten „gequetscht“ – da war natürlich noch genügend Platz 😉 – und sind zu einer kleinen Aussichtsplattform. Die Aussicht von dort, über die kleinen Felsspitzen, war beeindruckend schön, wie wird die Aussicht erst bei den großen Tsingys werden?

Wanderweg-Tsingys
Durch Felsspalten wie in einem Labyrinth führt der Wanderweg durch die kleinen Tsingys
Wanderweg-Tsingys-2
Ein sehr schöner naturbelassener Wanderweg
Wanderweg
Auch durch die kleinen Tsingys muss man ein wenig klettern 😉
Skink-kleine-Tsingys
Ein kleiner Skink
Tausendfüßler-Bemaraha-Nationalpark
Tausendfüßler
Tsingys-bei-Sonnenuntergang
Sonnenuntergang über den kleinen Tsingys am Aussichtspunkt

Wanden und Klettern durch die großen Tsingys

Früh morgens ging unser Abenteuer schon los. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und die Straße – es war eher eine Piste – zu den großen Tsingys war, sagen wir etwas löchrig. 😀

Ohne einen 4×4 Geländewagen hast Du hier keine Chance. Ein Auto vor uns ist im Schlamm stecken geblieben und die Fahrer haben versucht ihm rauszuhelfen.

Nachdem das geklappt hat, fuhren wir weiter und kurz vor der Ankunft, mussten wir wieder stoppen, denn ein anderer Geländewagen hat es leider durchs Wasser nicht geschafft. Den rauszubekommen hätte länger gedauert als ein Fußmarsch zum Ausgangspunkt, also haben wir beschlossen, zum Startpunkt zu gelaufen. Das hat ca. 10-15 Minuten gedauert.

Große-Tsingys-Geländewagen-steckt-im-Schlamm
Auch ein Quattro kommt mal an seine Grenzen 🙂

Am Ausgangspunkt angekommen hat uns unser Guide unsere Kletterrüstung (Hüftgurt mit Karabinerhaken) angelegt und schon ging es los.

Zuerst sind wir ca. 5 km durch den Trockenwald gelaufen und dann weiter über den sehr gut ausgebauten Wander- und Kletterweg hoch hinauf zu den Felsspitzen.

Wir kamen am ersten,Aussichtpunkt an, bei dem wir über die Felsspitzen hinweg klettern konnten und uns dann, wie in eine Art Thron, reinstellen konnten. Die Aussicht von dort oben, über den Nationalpark, war gigantisch!

Große-Tsingys-Bemaraha-Nationalpark
Gilbert unser Guide im „Thron“ auf den großen Tsingys 🙂
Große Tsingys Aussichtspunkt
Prinzessin im Thron 😀

Gleich nach dem „Thron“ kam eine weiterer Aussichtspunkt. Dort war ein Holzplateau. Hier konnten wir auch wieder über zahlreiche Tsingy-Spitzen hinweg schauen und die traumhaft schöne Landschaft genießen.

1.-Aussichtsplattform-Große-Tsingys-Madagaskar-Bemaraha-Nationalpark
Eine weitere grandiose Aussicht über den Steinwald Madagaskars, wie die Tsingys auch gerne genannt werden

Danach ging es nochmal zu einem Plateau, das für mich die schönste Aussicht geboten hat. Hier waren die Felsspitzen der Tsingys nochmal höher. Das waren keine 30 Meter mehr, sondern mindestens 50! 😊

Unser Guide hat uns überall so viel Zeit gegeben, wie wir gebraucht haben, um diese einzigartige Landschaft aus Jahrmillionen alten Kalksteinformationen auf Fotos und in unseren Köpfen festzuhalten.

Aussichtsplattform-Große-Tsingys-Madagaskar
Aussicht von der 2. Holzplattform. Die Tsingys sind hier weitaus höher als 30 Meter
Große-Tsingys-Bemaraha-Nationalpark-2
Die Landschaft ist einfach nur Traumhaft
Tsingys-Bemaraha-Nationalpark-Madagaskar
Was für ein Naturwunder die Tsingys doch sind

Es ging wieder ein Stück des gleichen Weges zurück und dann über eine Abzweigung zur berühmten Holzbrücke, die uns über die Tsingys hinweg führt.

An der Brücke ist es etwas schmal geworden aber mit der Kletterausrüstung und da wir uns an den Spitzen der Tsingys gut festhalten konnten, war das überhaupt kein Problem. Mit meinen Wanderschuhen hatte ich auch zu jederzeit einen sehr guten Halt.

Hängebrücke-Tsingys-Madagaskar
Hängebrücke bei den großen Tsingys

Als wir die Brücke überquert haben, ging es auf schmalem Weg wieder nach unten. Auf dem Rückweg sind wir noch durch eine kleine Höhle gewandert und haben dort ein paar Fledermäuse gesehen. Kurz vor dem Ende, haben wir sogar noch Sifakas gesehen. Das war ein perfekter Abschluss einer sehr faszinierenden und sehr beeindruckenden Wandertour.

Sifaka Madagaskar
Sifaka
Sifakas im Bemaraha Nationalpark
Sifaka Gruppe im Bemaraha Nationalpark bei den großen Tsingys

Tipp für Dich als Fotograf/Fotografin:

Deine große Kamera brauchst Du eigentlich erst immer an den Aussichtspunkten auszupacken. Sie um den Hals zu hängen oder am Handgelenk zu tragen ist fast nicht möglich, da Du damit überall anstoßen wirst – bei den großen als auch bei den kleinen Tsingys. Ich würde sie daher immer gut verstaut in der Tasche oder dem Rucksack lassen bis Du sie brauchst.

Ich habe nur die Sifakas mit der großen Kamera fotografiert. Alle anderen Aufnahmen sind mit dem Handy gemacht. Das war mir am sichersten. Meine Kameraausrüstung ist nicht die Günstigste und das ständige Ein-und Auspacken der Kamera war mir auch zu lästig.

Meiner Meinung nach reicht es aus, auf beiden Touren mal nur das Handy zu benutzen. Das macht mittlerweile auch schon qualitativ gute und annehmbare Fotos. 😉 Gefilmt habe ich auch komplett nur mit meiner DJI Actioncam, die hält ebenfalls mehr aus, als die Kamera.

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Mein Fazit zu den großen und kleinen Tsingys

Neben dem Akanin´ny Nofy Privatreservat war der Bemaraha Nationalpark eins meiner Top-Highlights auf unserer Madagaskar Reise.

Ich fand es super, dass uns unser Guide erst die kleinen Tsingys gezeigt hat und dabei geschaut hat, ob wir alle fit genug sind für die großen Tsingys. Bis auf ein Mitglied unserer Gruppe waren wir das alle. Das Mitglied, dass nicht mit uns mitgekommen ist, hat bei den großen Tsingys eine etwas leichtere Tour, mit einem anderen Guide gemacht. Das ist also auch möglich.

Anfangs hatte ich erst Bedenken, da ich noch nie Klettern war, ob ich das bei den großen Tsingys hinbekomme. Ich fühle mich in großer Höhe nämlich nicht so ganz wohl. 😅

Es hat aber alles einwandfrei funktioniert und ich hatte überhaupt keine Probleme mit der Höhe. Ich war so überwältigt von der einzigartigen Landschaft, dass ich auf den Tsingys „rumgehüpft“ bin, als würde ich das jeden Tag machen. 😀 Schon lustig, dass ich erst nach Madagaskar fliegen muss, um meine Höhenangst zu überwinden. 😀

Die Wander- und Kletterwege im Park, sind sehr gut angelegt und werden auch instandgehalten.

Für die Tsingys sind, wie oben schon geschrieben, Handschuhe von Vorteil aber kein Muss. Ich hatte keine dabei und habe es überlebt. An manchen Stellen wären sie jedoch bequemer gewesen. 😊

Zum Trinken solltest Du genügend dabeihaben, mindestens 2 große Wasserflaschen (1-1,5 Liter) und eine Stirnlampe für die Höhle nicht vergessen!

Für mich waren beide Touren klasse. Jede von ihnen hatte, auf seine Art und Weise, etwas Einzigartiges und sehr Beeindruckendes. Meine Empfehlung: Unbedingt beide Touren machen. 😊

Plane, entdecke und erlebe 💚 Bis zum nächsten Blogartikel! Deine Ramona 😉

P.s. Melde Dich gerne kostenlos zu meinem Weltnaturliebe Letter an und ich informiere Dich zukünftig per E-Mail, wenn es einen neuen Blogartikel zu entdecken gibt. 💌

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2 Kommentare
  • Nicole Schwarz
    Erstellt um 23:45h, 23 Dezember Antworten

    Da bekomme ich richtig Lust, auch mal Madagaskar zu besuchen. Wunderschöne Fotos und ein toller Bericht.
    LG, Nicole

    • Weltnaturliebe
      Erstellt um 10:24h, 27 Dezember

      Hallo Nicole,
      danke Dir! ❤️ Freut mich sehr, dass ich Dir mit meinem Beitrag Lust auf Madagaskar gemacht habe. Eine Reise in dieses, noch touristisch eher weniger erschlossene Land, kann ich euch nur wärmstens empfehlen. 😊
      Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage. 🎄
      LG Ramona

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